Siedlungsentwicklung seit den 1950er Jahren

Die Siedlungsentwicklung

Eine einfache und zugleich sehr aufschlussreiche Methode die Dynamik einer Region zu erfassen, ist es in einem ersten Schritt die rein quantitative-bauliche Entwicklung nachzuzeichnen. Hierzu wurden die topographischen Karten seit den 1950er Jahren ausgewertet und mit statistischen Angaben ergänzt. Ergänzend wurden die Daten des Landesamts für Statistik ausgewertet, die sich mit der Entwicklung der Siedlungs- und Verkehrsfläche beschäftigen.  

 

 

Eine weitere Karte zur Siedlungsentwicklung im Städtedreieck in besserer Auflösung finden Sie hier.  

 

Die Siedlungs- und Verkehrsflächen beschreiben sehr gut die bauliche Ausdehnung einer Stadt. Es handelt sich um alle Flächen, die für diese Art der Nutzung bestimmt werden, also um Straßen, Fahrradwege, Bürgersteige, Wohnflächen und Gärten, Spielplätze, Parks, Industrie- und Gewerbeflächen, Lagerflächen, etc.. Anhand der Zu- bzw. Abnahme dieser Flächen lassen sich auf den ersten Blick keine Aussagen über die Ursachen der Veränderung machen, da man an dieser Stelle nicht unterscheiden kann, ob es sich beispielsweise um die Neuausweisung von flächenintensive Industrie- und Gewerbegebiete handelt oder um große Verkehrsprojekte oder zahlreiche kleinteilige Wohnbauflächen. Die Entwicklung seit den 1980er Jahren finden Sie in dieser Abbildung:

 

 

In der nächsten Abbildung ist die Zu- bzw. Abnahme der Siedlungs- und Verkehrsflächen noch einmal nach Jahrzehnten und den einzelnen Städten aufgeschlüsselt. Ein Lesebeispiel: Im Zeitraum von 1980 bis 1992 nahm diese Fläche im Städtedreieck insgesamt um gut 260 ha zu, wobei knapp 100 ha auf die Stadt Burglengenfeld entfielen.

 

 

Ein Großteil der neu ausgewiesenen Flächen werden, wie auch aus der Karte deutlich wird, als Wohnbauflächen genutzt. Einzelne Gewerbegebiete sind allerdings genau so raumwirksam wie die Verkehrsflächen. Im Zeitraum von 1980 bis 2010 wurden ca. 130 ha neue Verkehrsflächen im Städtedreieck gebaut, wobei der größte Teil auf Erschließungsstraßen entfallen dürfte. Insgesamt wuchs das Städtedreieck im Zeitraum von 1980 bis 2010 um knapp 600 ha, also im Schnitt um 20 ha pro Jahr. In den letzten Jahren hat sich dieses Wachstum, trotz massiven Bevölkerungszugewinnen, drastisch verlangsamt. Zum einen hat dies mit den verstärkten Anstrengungen der drei Städte zu tun, innerstädtische Freiflächen nach zu verdichten. Zum anderen werden die Wohn-Neubaugebiete immer dichter bebaut. Ein weiterer Grund hierfür ist, dass in den vergangen Jahren kaum mehr großflächige Industrie- und Gewerbegebiete ausgewiesen wurden.