Stand der Energiewende

Energiewende vor Ort

Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien

Im Jahr 2015 wurden im Städtedreieck 21 Prozent des Gesamtstrombedarfs durch erneuerbare Energiequellen abgedeckt. Betrachtet man nur die privaten Haushalte (ohne Gewerbe, Industrie, Verkehr, etc.) dann werden rein rechnerisch 65 Prozent des privaten Strombedarfs durch regenerative Energiequellen erzeugt.

Im Einzelnen heißt dies, dass es im Städtedreieck fünf Biogasanlagen, 1472 Dachflächen-PV-Anlagen, eine Freiflächen-PV-Anlage und vier Klein- und Kleinst-Wasserkraftanlagen gibt. Diese erzeugen ca. 35.000 MWh im Jahr und sparen somit ca. 14.000 Tonnen CO2 ein (zum Vergleich: ein privater Haushalt benötigt im Schnitt 3,5 MWh pro Jahr).

Mit Abstand am meisten Strom wird durch die zahlreichen Dachflächen-PV-Anlagen erzeugt. Sie erzeugen im Schnitt 18.000 MWh im Jahr, gefolgt von der Biomasse mit 7.000 MWh, der Freiflächen-PV-Anlage mit 7.000 MWh und der Wasserkraft mit ca. 3.000 MWh (Quelle: Energieatlas Bayern 2016).

 

Im bayernweiten Vergleich bedeutet dies aber auch, dass das Städtedreieck noch einen enormen Nachholbedarf in Sachen regenerativen Energiequellen hat. So stammt bayernweit 39 Prozent des Gesamtstroms aus Erneuerbaren Energien Anlagen. Rechnerisch decken in Bayern die Erneuerbaren 155 Prozent des privaten Strombedarfs ab. Die durchschnittlichen Zahlen für die Oberpfalz befinden sich ebenfalls auf diesem Niveau. Somit wird im Städtedreieck nur gut die Hälfte des bayernweiten Durchschnitts an Strom aus erneuerbaren Quellen generiert.

Aufgrund der naturräumlichen Ausstattung (z. B. zu geringe Windgeschwindigkeiten an vielen Standorten für große Windkraftanlagen) wird die Energiewende im Städtedreieck somit auf viele einzelne Akteure angewiesen sein.

 

Um diese enorme Herausforderung  vor Ort zu veranschaulichen: nur um rechnerisch auf den bayernweiten Durchschnitt zu kommen, müsste man im Städtedreieck mindestens fünf moderne 3 MW Windkraftanlagen oder ca. 1300 neue Dachflächen-PV-Anlagen installieren (Quelle: Energieatlas Bayern: Mischpult)

 

 

Primärenergieverbrauch und Erneuerbare Energien

Hier wird deutlich welch weiter Weg es noch zu einer „echten“ Energiewende - weg von den fossilen Brennstoffen, hin zu den Erneuerbaren Energiequellen – ist. Lediglich knapp 17 Prozent des Primärenergieverbrauchs (Wärme, Strom, Treibstoff, etc.) wird durch erneuerbare Energieträger in Bayern abgedeckt.

Da die Berechnungen (vor allem Energieverbrauch im Verkehr) sehr komplex sind, können diese Daten nicht regionalisiert werden, d.h. es liegen keine Daten für das Städtedreieck vor. Diese Daten sind auf so kleinteiliger Ebene auch nur bedingt aussagekräftig, da beispielsweise der Primärenergiebedarf des Zementwerks Burglengenfeld ein Vielfacher der Gesamtstadt Burglengenfeld ist.

 

 

Hinweis zur Brisanz der Energiewende vor Ort

Nach dem Klimaabkommen von Paris aus dem Jahr 2015, welches von fast allen Staaten der Erde unterzeichnet wurde, müssen alle fossilen Energieträger bis 2040 durch regenerative ersetzt werden. In nur 24 Jahren muss also die Energiewende global abgeschlossen sein, um das 2 Grad Ziel noch erreichen zu können. Den weit fortschrittlichen Staaten wie Deutschland kommt in diesem Abkommen eine Schlüsselrolle zu, da Deutschland (zusammen mit 56 anderen hoch industrialisierten Staaten der Erde) seine Klimaschutzbemühungen bis 2030 verdoppeln müsste. Solch eine globale Herausforderung kann nur vor Ort, in vielen einzelnen Projekten, gemeistert werden.

 

Den Zusammenhang zwischen CO2-Austoß, Erderwärmung und 1.5 bzw. 2 Grad von Paris finden Sie hier fantastisch visualisiert.

Wie schnell sich unser Klima wandelt, wurde hier wissenschaftlich korrekt und anschaulich in nur einem Comic zusammengefasst.

 

Weiterführende Informationen

Informationen zur Ist-Situation im Landkreis Schwandorf und in der Stadt Teublitz finden Sie im „Integrierten Klimaschutzkonzept für den Landkreis Schwandorf“.

Weitreichende Informationen zur Energiewende und zum aktuellen Stand in Bayern finden Sie im Energie Atlas Bayern.

Allgemeine Informationen zum Themenkomplex Erneuerbare Energien in Bayern finden Sie bei C.A.R.M.E.N. e.V. und dem Programm „Energie innovativ“ sowie deutschlandweit beim Öko-Institut e.V..

Die Bilanz der Bundesregierung zur Energiewende im Jahr 2015 finden Sie hier.